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Zur Information allen Mitstreitern der Stolpersteinvorbereitungsgruppe Falkensee und Osthavelland Auf der Besprechung am 28.02.2015 im Haus am Anger, wurde nach Bericht von Lothar Hüppe, auf Antrag, der einstimmige Beschluss gefasst für Wilhelm Kliem einen Stolperstein zu verlegen. ZUR PERSON: Familienname: Kliem Vornamen: Wilhelm, Friedrich; Rufname: Wilhelm Geburtsdatum: 19.12.1884 Konfession: evangelisch Geburtsort: Lippen, Kreis Freystadt letzter Wohnort: Falkensee Hertzstr.69   früher Kruppstr.28 Beruf: Maurer ZUR HAFTZEIT IM KZ SACHSENHAUSEN: eingeliefert in das Konzentrationslager Sachsenhausen Häftlingsnummer: 43260 (Hinweis: die Häftlingsnummer 43260 wurde am 20. Juni 1942 im Konzentrationslager Sachsenhausen ausgegeben). NS-Häftlingskategorie: §175 (Homosexuell) Sterbeort: Oranienburg im Lager Sachsenhausen Sterbedatum: 12.07.1942 Todesursache: Freitod durch Erhängen    Bezüglich der angegebenen Todesursache ist zu vermerken, dass oftmals die eigentliche Todesursache verschleiert und eine „neutrale“ Todesursache eingetragen wurde. Ein Grund hierfür war, dass Hinterbliebene und die Bevölkerung keinen unmittelbaren Rückschluss auf die Verhältnisse in den Konzentrationslagern (unzureichende Ernährung, Hygiene, Schwerstarbeit, usw.) und auf die systematische Tötung der Häftlinge erhalten sollten. Nachdem uns zunächst nur die Sterbeurkunde und der Vermerk vorlag, dass es sich bei Wilhelm Kliem um einen "Berufsverbrecher" gehandelt hat, haben wir weitere Recherchen zurückgestellt. Im Rahmen einer Stammbaumforschung wandte sich ein Urenkel von Wilhelm Kliem an das Heimatmuseum. Von Herrn Wiedemann bekam ich die Information, dass Wilhelm Kliem denunziert worden sei. Die Familie vermutet, dass er für die SPD Flugblätter verteilt hat. Meine Recherchen bei der SPD in Falkensee, im Bund und bei der Friedrich-Ebert Stiftung ergab keinen Beweis einer Mitgliedschaft. Der Grund ist, dass zur NS Zeit viele Ortsvereine die Mitgliederlisten verbrannten um diese nicht in die Hände der Nazis kommen zu lassen. Vom Suchdienst in Arolsen bekam Herr Wiedemann im Dez. 2014 weitere Informationen, die er mir zur Verfügung stellte. Danach ist Wilhelm Kliem vermutlich wegen des Verstoßes gegen den &175 (Homosexualität) denunziert worden. Auf jeden Fall wurde er in Sachsenhausen als 175er geführt. Diese wurden sofort im Klinkerwerk, einer berüchtigten Außenstelle von Sachsenhausen eingesetzt. Über das Klinkerwerk werde ich eine kurze Zusammenstellung schreiben um auch einen möglichen Freitod ein wenig zu verstehen. Mit dem Besitzer des Hauses in der Hertzstr.69 habe ich gesprochen. Es gibt keine Einwände für eine Verlegung.